Musik und Architektur

Ludwig Persius (1803-1845) war der Architekt des Königs, Friedrich Wilhelms IV. von Preußen. Er wurde in Potsdam geboren, war Schüler von Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) und prägte entscheidend das Gesicht der Stadt Potsdam mit der inspirativen Kraft seiner Schlösser- und Villenbauten im und um den Park Sanssouci.

Im Jahre 1998 haben fünf Bläsersolisten, der Konzertmeister und drei Stimmführer der bis zum Jahr 2000 noch bestehenden Brandenburgischen Philharmonie Potsdam das Experiment gewagt, die Künste Musik und Architektur durch eine Synthese aus Konzert und Vortrag an einem kunsthistorisch interessantem Ort zu verbinden. Aus dem Versuch wurde rasch die beliebte Konzertreihe Musik und Architektur, in deren Rahmen bis heute mehr als 20 verschiedene Projekte realisiert werden konnten - Grund genug für das neunköpfige Ensemble, sich als Namensgeber Ludwig Persius zu wählen, der zur gleichen Zeit wie Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) am Hofe des Preußischen Königs in Dienst stand.


Potsdamer Neueste Nachrichten 04.07.2006

„Paradiesisch" musiziert
„Musik und Architektur" im Paradiesgarten: Persius Ensemble warb für das Stibadium

Von Klaus Büstrin

... Seit seiner Gründung im Jahre 1997 hat das Persius Ensemble mittlerweile 16 Projekte unter dem Titel „Musik und Architektur" initiiert und veranstaltet. In Karin Flegel, Architektin und Geschäftsführerin der Potsdamer Urania, fanden die Musiker eine engagierte Mitstreiterin, die sehr kenntnisreich einen eigenen Beitrag innerhalb der Vortrags-Konzerte vorlegt. Auch diesmal im Potsdamer Paradiesgarten.

Zunächst hatte das renommierte Potsdamer Nonett, das Persius Ensemble, das Sagen. Mit der Italienischen Serenade von Hugo Wolf eröffnete es die Veranstaltung. Als Streichquartett komponiert, wurde es hier in einer Bearbeitung von Rainer Schottstädt für Streich- und Bläserquintett geboten. Auch in dieser Fassung fließt die Tonsprache heiter, licht und gelöst. Das neunköpfige Ensemble, das hierbei und bei dem Siegfried-Idyll von Richard Wagner durch eine Violinistin verstärkt wurde, musizierte stets mit schlankem Ton und durchsichtiger Artikulation. Besonders das zart getönte Wagner'sche Opus, das als „symphonischer Geburtstagsgruß" des Komponisten für seine Frau Cosima gedacht war, wurde an diesem Ort sehr poetisch und seelenvoll musiziert, geradezu „paradiesisch". ... Das Siegfried-Idyll hatte den Zuhörer gefangen genommen.

Musiziert wurde vor dem Stibadium, eines der letzten Bauwerke des Architekten Ludwig Persius.

Zum Abschluss der Veranstaltung hatte das Persius Ensemble noch das „Grand Nonetto" in F-Dur von Louis Spohr, der die Nonett-Gattung einführte, parat. ... Von einem schwärmerischen frühromantischen Gestus ist das Stück durchdrungen. Das Persius Ensemble hat die Klangfarbenkombination von Streich- und Blasinstrumenten trefflich ausbalanciert und es mit einnehmender Natürlichkeit und Frische musiziert. Herzlicher Beifall galt allen Mitwirkenden für diese anregende Veranstaltung im Paradiesgarten.

 


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